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Auf den Fund von Zepterquarzen wartet man im Steinbruch Juchem schon lange. In den dort vorkommenden Drusen wurden zwar Quarzbildungen in mehreren Generationen angetroffen, allerdings waren diese bislang nicht nach der c-Achse orientiert verwachsen. Zur Bildung von Zepterquarzen bedarf es einer Änderung der Bildungsbedingungen (Übersättigung der hydrothermalen Lösung), infolge der es zur bevorzugten Ansiedlung von Quarzsubstanz an Punkten mit genügend freier Oberflächen-Energie (in der Regel Spitzen und Kanten) kommt.
Im Neubaugebiet von Gerach, direkt gegenüber des Steinbruch Juchem, konnte ich im Jahr 2001 eine Zone im Melaphyr ausmachen, in der es zur Bildung von Lamellen- und Zepterquarzen kam. Ähnliche Bildungen beschreibt Rykart (1989) von den kanarischen Inseln. Im stark ausgelaugten und sehr blasenreichen Melaphyr konnte ich eine Vielzahl von Quarzmandeln aufsammeln. Waren diese im Inneren hohl, so fanden sich darin Quarze des für die Region typischen dirhomboedrischen Habitus (“dipyramidaler Habitus”,”Cumberland-Habitus”) ohne Prismenflächen. Die gezepterten und lamellierten Quarze fanden sich als äußerliche Bildung auf diesen Hohlraumfüllungen und stellen daher mit Auslaugungsprozessen zusammenhängende Rekristallisationen dar. Der lamellare Aufbau einiger Quarze weist auf eine diskontinuierliche rhythmische Quarzausscheidung hin. Die Größe einzelner Kristalle erreichte bis zu 30mm. Da die Kristalle meist oberflächlich matt sind und ihr interessanter Aufbau fotografisch kaum zu übermitteln ist, habe ich mich für ihre Darstellung durch Zeichnungen entschieden.
Weitere Informationen zu diesem Quartyp gibt Rudolf Rykart (“Quarzmonographie” 1989, Ott Verlag,Thun) a uf Seite 244