Die Edelsteinminen am Steinkaulenberg sind heute der letzte öffentlich zugängliche Beweis für die Bergbautätigkeit auf Achat im Raum Idar-Oberstein. Es gab zahlreiche weitere Edelsteingruben (Freisen, Weiselberg, Grünbach, Mambächel, Scheuern ... ) im Saar-Nahe-Raum, die ebenfalls interessantes Material lieferten, für die Idarer Schleifer allerdings wegen politischer Querelen nicht immer zugänglich waren. Desweiteren stellte räumliche Entfernung früher ein weit größeres Hindernis als heutzutage dar. Die Bergleute, die ihre Achate im Galgenberg ( der früher übliche Name ...) gruben, waren nebenberuflich im Berg tätig, und motiviert durch die Hoffnung auf einen guten Fund verbrachten Sie die Zeit, die sie als Bauern auf dem Felde erübrigen konnten, in den Stollen und Pingen.

Ziel des Abbaues waren neben dem gelb-roten Jaspachat, der das Hauptprodukt des Galgenberges darstellte, kleine Karneole und Sankt-Stephanus-Steine. Karneole sind durch Eisenoxide rötlich gefärbte Chalcedone. Bei den Sankt-Stephanus-Steinen erscheinen die Eisenoxide in Punkten und Flecken konzentriert - und erinnerten gläubige Katholiken somit an das Pfeil-Martyrium des Heiligen. Alle anderen Achate des Vorkommens sind sehr häufig mit Rissen durchzogen, und wurden wegen mangelnder Werktauglichkeit von den Bergleuten bis auf wenige Ausnahmen verschmäht.

Den Sammler heutzutage stören diese Risse nicht wirklich, hat er doch Hilfsmittel, diese Störungen unwesentlich erscheinen zu lassen. Vielmehr erfreut er sich an sphärolithischen Bildungen, feiner Zeichnung und der Farbenpracht dieser sehr seltenen Stücke. Unter dem Mikroskop zeigen Achate vom Steinkaulenberg Verdrängungen von Calcit nach Chalcedon (weiß), sowie Einschlüsse von kleinen braunen Eisenkarbonatkriställchen.

Die Ähnlichkeit der etwas häufigeren Achate aus dem Steinbruch Setz, der im gleichen Lavastrom liegt, verleitet ab und an, solche Stücke als authentische Funde vom Steinkaulenberg zu veräußern.

Uninteressant für die Altvorderen waren auch die Drusenbildungen im Bereich des Steinkaulenberges. In diesen Drusen kann man mit viel Glück sehr ungewöhnliche Quarz-Zwillingsbildungen finden, die in dem hier verlinkten Artikel beschrieben werden.

Weitere Informationen zur Edelsteinmine und zur Edelsteinregion Idar-Oberstein finden sich unter www.edelsteinminen-idar-oberstein.de

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