Eine Kluft finden – Ein Wunsch, den viele Sammler teilen.
Zumal im Binntal, umgeben selbst im Restaurant, der Bank und der Post von wunderschön kristallisierten Beweisen der Strahlkunst, ausgeübt über Generationen von erfahrenen Strahlern. Besucht man dann gar das örtliche Museum oder eine der exzellenten Sammlungen im Tal, wird der Wunsch zur Sehnsucht. Und hat man dann noch Tage damit verbracht, vor dem Tor der Grube Lengenbach in vielköpfiger Schar auszuharren, schwitzend am blendendweißen Dolomitstrand, den letzten verdächtig erscheinenden Gesteinskrümmel aufgespalten und das letzte Sonnenöl verbraucht, wird die Sehnsucht zum Drang. Im Somer 2004, Anfang August, konnte ich nach längerer Abwesenheit das Binntal wieder besuchen. Den einen oder anderen schönen Quarzkristall aufzulesen, war ein Ziel meiner geplanten Exkursionen im Tal. Daß mir das Tal in diesem Jahr die Möglichkeit schenken würde, mehrere Klüfte öffnen zu können, war dann doch etwas überraschend.
Turbenalm – Kluft 1
Unglücklich war allein der Start. Vom Strahlfieber gepackt, vergaß ich, mich regelgerecht auszurüsten. Werkzeug, Schuhe, Brotzeit– alles war tiptop. Im Tal unten war bestes Wetter und die wenigen Wolkenfetzen, die sich noch in den Bergwänden verfingen, beunruhigten mich nicht. Mein Freund Ewald Gorsatt, der gegen Entgelt Touristen das Strahlen auf speziellen Bergtouren näher bringt, verfügte zum einen über ein geländegängiges Fahrzeug und zum anderen über eine Fahrgenehmigung für den östlichen Teil des Tales. Einen Gutteil des langwierigen Aufstieges konnten wir uns so sparen. Mit dem Fahrzeug gelangten wir bis zur Schineren Wyssi, von der es bis zum Fundgebiet Turbenalm nicht mehr weit war. Allerdings hatte Ewald für diesen Tag einen Tour bis zum Fuß der Turbköpfe geplant, die bei unserer Ankunft noch komplett in den Wolken steckten. Zudem waren etliche Bereiche der Turbenalm noch nicht schneefrei und ob die für Szepterquarze höffige Fundzone aper war, war nicht vorherzusagen. Über einem Baumwollhemd trug ich beim Aufstieg allein eine dünne regenabweisende Jacke, was beim Hochsteigen für eine gute Ventilation sorgte, bei kleineren Pausen und beim Erreichen mich allerdings nicht mehr wärmen konnte. An weitere warme Kleidung hatte ich dummerweise nicht gedacht. Auch die am Morgen im Tal noch so kräftig scheinende Sonne kümmerte sich lieber um das italienische Nachbartal, als um das mittlerweile etwas zugige Binntal. So beschlossen wir, unter die Nebelzone, die sich heute wohl nicht mehr lichten wollte, zu steigen, obwohl die dortigen Fundmöglichkeiten wegen starker Suchaktivitäten von Strahlern über die Jahre stark abgenommen hatten. Ewald war nicht zu entmutigen und begann in der Zone der vorderen Turbwäng in der Nähe des vielbenutzten Aufstieges mit dem Strahlstock zu wühlen. Ich war etwas demotiviert, hoffte ich doch am Morgen noch auf schöne Szepterquarze von den Turbköpfen, und war nun durch eigene Schuld dazu verurteilt, im Schutt vorheriger glorreicher Aktivitäten anderer Strahler zu stöbern.
Eher lustlos kratzte ich mit dem Grübler an einer klitzekleinen, etwa postkartengrossen, allerdings noch unberührten Boudinage im bräunlichen Bündnerschiefer. Die Boudinage war schön eingeschnürt, allerdings war rundherum keine Spur eines Quarzbandes zu entdecken. Das Gestein war schön weich und ohne Hoffnung, aber mit spielerischer Begeisterung pulte ich etwas davon weg. Kleinste Quarzkristalle knirschten auf einmal an der Spitze meines Grüblers. Ein erste Spalte tat sich auf, nur 5 Millimeter breit und etwa 20 cm lang. Sie führte zu etwas derben Quarz mit bräunlichen, stark vewitterten Karbonaten. Unterhalb dieses Klumpens öffnete sich eine zweite, leicht versetzte, schlussendlich anderthalb Meter lange Spalte, die im Mittel eine Breite von etwa 6 cm hatte.
Dieser Kluftyp (schmale, lange Spalte mit wenig oder keinem Quarz) war im Prinzip genau,was ich mir für den heutigen Tag gewünscht hatte. Mir war bekannt. Daß aus diesen schmalen Klüften zwar nicht die größten, aber die vom Aufbau her interessantesten Quarze des Binntales – Flach- und Messerquarze, Szepter und Kathedralenquarze von hoher Transparenz - stammen.
Mein Puls ging schneller als erste Klumpen von Kluftlehm an meinem Grübler hingen. Auch begann der Grübler auf glatten Quarzflächen charakteristisch zu knirschen. Nun musste überlegt werden, wie man sich den zu erwartenden Funden möglichst zerstörungsfrei nähern konnte, war die Spalte doch extrem schmall. Glücklicherweise war die rechte Seite der Spalte auf kompletter Länge verrottet und ich konnte, bevor ich mit dem Ausräumen des Lehmes und der Kristalle begann, auf dieser Seite etwa 4 cm Material wegkratzen, was mir grössere Bewegungsfreiheit mit dem Werkzeug sicherte.
Vorsichtig barg ich den ersten Kristall, indem ich mit dem etwa 90 cm langen Grübler, der an seinem vorderen Ende ein nur 8 mm hohen rechtwinkligen Haken hat, im Lehm nach Widerstand tastete und den Grübler wie einen Schlüssel im Schloß drehend aus einer Tiefe von etwa vierzig Zentimetern zog. Dies war ein für den Klufttyp charakteristischer einseitig flach ausgebildeter Quarz von etwa 85 mm Länge, 25 mm Breite und einer Dicke von 10 mm. Diese Quarze sind interessanterweise etwa so dick wie die Spalten, in denen sie vorkommen und zeigen nur selten seitliche Anwachsungen, die man ja vermuten könnte. Vom Quarz wird die Breite der Spalte recht genau zum störungsfreien Wachstum ausgenutzt.
Dieser Quarz aus dem oberen Bereich zeigte wie eine Reihe weiterer, allerdings kleinerer Quarze im penninischen Habitus Einschlüsse von tafligem Ilmenit und nadeligem, rotem Rutil. Im schmierigen Lehm zeigte sich alsbald ein weiteres schönes Sammlungstück: Ein etwa 60 mm großer, recht dicker Doppelender im penninischen Habitus. Dies war das letzte Stück, bei dem sich der penninischen Habitus, der für eine überdurchschnittlich hohe Bildungstemperatur als signifikant angesehen wird, in reiner Form zeigte. In der Tiefe der Kluft folgten jetzt nämlich Fenster- und Szepterquarze im Normalhabitus mit hochglänzenden Prismen- und Rhomboederflächen. Diese Fensterquarze – echte Kleinodien mit ihren parallel verwachsenen Flächen, die sich turmähnlich aneinander lehnen oder räumliche Verschachtelungen im Innern der Kristalle zeigen - erreichten eine Größe bis zu 60 mm.
Das beste Stück, das in diesem Teil der Kluft zum Vorschein kam, war jedoch ein Hybride – eine perfekte Mischung beider Habitustypen: Ein gut ausgebildeter Quarz im penninischen Habitus, der von seiner Unterlage losgelöst, im Lehm als Doppelender verheilt wurde - und zwar mit einem perfekt ausgebildeten Zepter-Fensterquarz von leicht rauchiger Farbe.
Doch damit nicht genug. Im sich anschließenden teil der Kluft traten nun Quarze zutage, die man als “Kathedralenquarze” bezeichnet. Diese sind für die Binntaler Szepterquarzzonen typisch: Auf Quarzen im penninischen Habitus scheidet sich eine zweite Generation von Quarzen im Normalhabitus ab. Allerdings nicht wie klassische Szepter an der Spitze der Kristalle, sondern an deren Kanten, wodurch sich glitzernde Applikationen ähnlich den Schwibbögen an Kathedralen bilden. Von diesen Quarzen fand ich etwa 20 gut ausgebildete Einzelkristalle bis zu einer Größe von 75 mm. Nun blieb nur noch ein etwas größerer Brocken, der sich meinen Bestrebungen, ihn frei zu drehen, bisher widersetzt hatte. Nach dem Freiräumen der Kluft konnte auch er vorsichtig geborgen werden. Nachdem dieser Klumpen vom Lehm befreit war, präsentierte er sich als atemberaubende 12 x 9 cm große Stufe aus sieben größeren Kristallen – ebenfalls als Kathedralenquarze ausgebildet.
Der wesentliche Teil der Funde konzentrierte sich auf das obere Viertel der Kluftspalte. Im unteren Teil der Spalte fanden sich nur vereinzelt kleinste Quarze. Auch ein Weiterarbeiten an benachbarten Rissen und Spalten brachte keinen weiteren Erfolg.
Um die Vielzahl kleinerer Quarze gut verpacken zu können und um zu Hause noch etwas gründlicher nachzuschauen, nahm ich den kompletten Kluftlehm, in den ich die kleineren geborgenen Kristalle zurückbettete, mit nach Hause. Und tatsächlich fanden sich in diesem Lehm noch eine Vielzahl kleiner und kleinster Fensterquarz, die mit ihrer wunderschönen Ausbildung fehlende Größe wettmachen.
Turbenalm Kluft 2
Drei Tage nach dem Fund auf den Turbwängen bot sich wiederum die Möglichkeit ins Fundgebiet Turbenalm zurückzukehren. Ewald Gorsatt wollte an diesem Tag eine größere Gruppe von Touristen und Hobbystrahlern ins Fäldbachtal führen und brauchte daher noch einen Fahrer für ein zweites Fahrzeug. Gerne bot ich mich an, die Fahrt zu machen und die Gelegenheit zu ergreifen, eine weitere, mir bislang unbekannte Fundzone näher anzusehen. Am Ende des Fahrweges angekommen verabschiedete ich mich von Gruppe, die über das Furggulti ins Fäldbachtal einsteigen wollte und ging erst einmal über den fast waagerecht verlaufenden Pfad oberhalb der Wasserfassung. Nach einer halben Stunde Fußmarsch befand ich mich im vorderen Bereich der Turbenalm – einer Zone, die für die Funde von Turmalin bekannt ist. Den Großteil des Tages verbrachte ich nun damit die erste vordere Runse , die hinab zu den Turbwässern führt, nach Kluftanzeichen abzusuchen. Nachdem der Weg bergab bis fast an den Fuß des Mittlebärg keinen Erfolg gebracht hatte, begann ich den weitaus mühseligeren Anstieg zum Auto hinauf, diesmal schon mit kleingeschraubten Erwartungen hinsichtlich zu erwartender Funde.
Im Gegensatz zu dem winterlichen Wetter, das uns vor drei Tagen den Spaß am Sammeln fast verdorben hatte, war dieser Tag einer der extrem sommerlichen mit hohen Temperaturen und wolkenfreiem Himmel (Dennoch hatte ich heute einen Pullover dabei...). Nach mehren Pausen, die ich mangels mineralischer Objekte dem Studium von Blumen und Insekten widmete, war ich fast schon wieder auf Höhe der Wasserfassung angelangt. Ein ungewöhnlich üppiger Farnbusch erregte mein Interesse, war sein Wohnort doch der schon ausgeräumte Teil einer alten Kluft. Vorsichtig grub ich ihn aus und setzte in zu späteren Rekultivierung auf die Seite. Ein fettes Quarzband, Einschnürungen im Gestein wiesen auf gute Fundmöglichkeiten hin. Diese Zeichen waren allerdings zu deutlich, daß sie nicht schon vorher jemand aufgefallen wären. Starke Bearbeitungsspuren waren nicht zu verleugnen. Allerdings war die Kluft nur in eine Richtung, nämlich nach hinten bearbeitet worden. Der untere Bereich schien mir noch jungfräulich. Und wirklich - nach etwa einer halben Stunde Blöcke verschieben, meißeln und buddeln, schenkte mir diese Stelle noch hochglänzende, leicht rauchige Quarze bis zu einer Größe von fast 20cm. In ihrem Inneren schließen diese Quarze lange dünne, feinnadelig ausgebildete, oft gebogene und dunkelgrün bis schwarz gefärbte Turmaline ein. Die Einschlüsse kleiner silberner, zum Teil knieförmig abgeknickter Kristalle, die ich vor Ort noch für Rutile hielt, stellten sich als etwa 2 mm große perfekt ausgebildete Arsenopyrite heraus, der als Einschlußmineral im Quarz eine große Seltenheit darstellt.
Nachdem der Farn wieder sorgfältig im frisch gezackerten Kluftlehm eingepflanzt war, begab ich mich zurück zu unseren Fahrzeugen. Ich benötigte ganze 20 Minuten dafür.
Figgerscha
Allen Strahlern, die im Binntal nach Mineralien suchen, ist der Abschnitt der Binnaschlucht, der als Figgerscha bezeichnet wird, ein Inbegriff für Bergkristallklüfte mit schönen Quarzen im penninischen Habitus und gut ausgebildeten Szepterquarzen. Entsprechend ihrem Bekanntheitsgrad ist allerdings auch die Unmöglichkeit, in diesem Bereich noch jungfräuliche Klüfte aufzufinden. Besuchen wird man diese Fundzone also nur dann, wenn man den Vorteil des guten und schnellen Zuganges nutzen will. Vom Restaurant “Imfeld” bis hoch zur Fundstelle läuft man noch keine Viertelstunde – und die auf dem bequemen regulären Wanderweg ins hintere Binntal.
Kurz vor der Sankt Michael–Kapelle verläßt man den Wanderweg in Richtung Binnaschlucht und ist am Rand des Fundgebietes. Die Schlucht der Binna ist an dieser Stelle sehr steil und die Felsen sind zum Teil stark exponiert. Dennoch kann man, wenn man über Schwindelfreiheit verfügt, sich hier weiträumig bewegen. Im Besonderen hat in den letzten Jahren ein Felssturz die Phantasie der Sammler erregt, weil man über seine Flanken bequem höher gelegene Stellen, die lange unzugänglich waren, erreichen kann.
Bislang war mir allerdings das Strahler-Glück an der Figgerscha nicht hold gewesen. Mit dem diesjährigen Besuch machte ich das halbe Dutzend von Versuchen voll, in dieser Zone mehr als nur Kristall-Krümmel, die andere Strahler vor mir zurückließen, zu finden. Zum sechsten Mal schaute ich also unter die waghalsig unterhöhlte Lärche, die wider Erwarten auch in diesem Jahr noch stand. Unter ihren Wurzeln befand sich eine berühmte Kluft, deren Nimbus immer wieder Sammler anzieht und sie herausfordert sich mit frivoler Kühnheit zwischen ein labiles System von tonnenschweren Felsplatten und filligranen Wurzeln zu zwängen. Mit respektvollem Abstand passierte ich diese Stelle und kletterte bis zum Beginn des oben erwähnten Felsrutsches hin. Aber auch hier waren mir glücklichere Strahler an allen erkennbaren Kluftzeichen wie Versätzen, Quarzbändern, Boudinagen und allem was man weit gefaßt als Loch bezeichnen könnte, zuvorgekommen.
Als ich gegen Mittag dann auch noch Konkurrenz von zwei leichtbestiefelten holländischen Touristen erhielt, deren Gleichgewichtsinn durch exzessives Skatebordern geschult war (wie ihre bunt gescheckte Kleidung jederman entgegen schrie ) und die sich gemsengleich auch auf den wackeligsten Grat stellten, zog ich mich aus dieser offensichtlich sehr beliebten Fun-Sport-Zone zurück. Auf dem Rückweg passierte ich, in Rufweite des Wanderweges und beschattet von uralten Lärchen, eine undeutliche Verwefung. Diese komplett überwucherte Stelle entpuppte sich als ein vor langer Zeit angegrabenes Kluftsystem. Von der Vegetation getarnt, war diese Stelle bislang nicht überrannt worden. Nach kurzem Suchen konnte ich eine Spalte ankratzen, die jener auf der Turbenalm vor einer Woche nicht unähnlich war. Hier an dieser Stelle war das Arbeiten sogar noch weitaus einfacher, da das Gestein stark verwittert war.
Bald stellte sich beim Kratzen mit dem Grübler fetter, gelbbrauner Kluftlehm ein und erste kleine Kristalle zeigten sich. Die Spalte erweiterte sich zur Tasche und mehrere perfekte Einzelkristalle, leicht mattiert und in einem deutlichen spitzrhomboedrischen penninischen Habitus gewachsen, weitgehend einschlußfrei und bis zu 10 cm groß, stellten sich ein. Beim genauen Betrachten erzeugte die leichte Ätzung ein x-förmiges Relief auf der Oberfläche einiger Kristalle. Damit ließen sie sich als Zwillingsbildungen nach dem Brasilianer-Gesetz identifizieren. Nach diesem hoffnungsvollen Anfang verengte sich die Spalte leider zusehends, bis die Kluftanzeichen sich in der Richtung nach unten und hinten komplett verflüchtigten. Nach links schien sich jedoch eine weitere Tasche zu öffnen. Und wirklich – nach etwas Buddeln im recht weichen Gestein kamen weitere Quarzspitzen bis zu einer Größe von etwa 5 cm ans Tageslicht. Allerdings waren diese von geringer Qualität – recht trübe und oberflächlich angelöst.
Nun ist allerdings dieses Zeichen von Anlösung an der Figgerscha oft erst der ankündigende Fanfarenstoss für strukturell interessant ausgebildete Quarze. Und wirklich - als nächstes stellten sich wunderschön gruppierte Fenster- und Szepterquarze ein, für deren Bildung die benötigte Quarzsubstanz wohl auch teilweise von den angelösten Quarzen stammt.
Die Schatzkiste war geöffnet und mit Begeisterung wühlte ich ein Kleinod nach dem anderen aus. Ein Szepterquarz, der sich auf einem Quarz im Binntalhabitus bildete, und der mit seinen vielen glänzenden subparallel aggregierten Flächen an Burgzinnen auf einer Felsklippe erinnert, erreichte eine Größe von 8 cm. Mit am schönsten ausgebildet war jedoch der kleinste Szepterquarz, ein perfekter einschlußfreier Quarz im Normalhabitus auf der Spitze eines flach ausgebildeten Quarzes im Binntalhabitus, der nur eine Größe von etwa 20 mm hatte. Neben den Szepterquarzen bestachen die Fensterquarze aus dieser Kluft durch ihre hochglänzenden Flächen und parallel ausgebildten Fensterungen, die bis tief in die Quarze hinein reichten. Als I-Tüpfelchen fand sich in dieser Tasche noch eine etwa 5 cm großes limonitisierte Pyritstufe aus parallel verwachsenen Kuboktaedern.
Leider gelang es mir nicht, an dieser Verwerfung noch weitere Taschen mit Quarzkristallen zu öffnen, obwohl ich weitere drei Tage in diesem Bereich der Figgerscha nachsuchte. Diese eine Kluft war wohl der letzte deutliche Gruß einer wohlbekannten Fundstelle an die Strahler. Sollte sich die Situation an dieser exponierten Stelle durch die dort stark wirkende Erosion neu definieren, lassen sich allerdings weitere schöne Funde erhoffen.
Wieder zu Hause angekommen, inspirierten mich die Funde zu den abbgebildeten Zeichnungen. Diese sind unter Umständen besser in der Lage, den komplizierten und verschachtelten Aufbau der Quarze wiederzugeben als Fotografien, bei denen die vielfältigen Spiegelungen auf den hochglänzenden Flächen das Gesamtbild doch recht unübersichtlich erscheinen lassen können.
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