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Zwillinge/ polysynthetische RL -Verzwilligungen/ Irai, Brasilien

 

Das Phänomen des Adularisierens (oder “Mondsteineffekt”) ensteht durch die Brechung des Lichtes an feinen Lamellen. Beim Feldspat Adular (zu dem die klassisschen Mondsteine zählen) geschieht dies an polysynthetisch verwillingten, dh. lamellar ausgebildeten und diametral geschichteten Individuen.

Bei Quarzen ist dieses Phänomen extrem selten zu beobachten. Erstmalig stieß ich auf dieses Phänomen bei kleinen Quarzen aus einer Druse, die auf einem Acker bei Reichweiler gefunden wurden. Der hier präsentierte etwa 7 cm große Kristall stammt aus Irai in Brasilien. Er zeigt den Mondschein-Effekt nur unter den Flächen des positiven Rhomboeders, beim Drehen unter der Lampe um 360° also  dreimal.

Amethyst Zwillinge polysynthetisch Irai Brazil 01 01 Amethyst Zwillinge polysynthetisch Irai Brazil 01 02

R.Rykart schreibt in seiner Quarz-Monographie zur polysynthetischen RL -Verzwilligung:

“ ... eine Besonderheit der Brasilianer-Verzwilligung weisen viele der Amethystkristalle auf. Sie zeigen einen lagigen Bau parallel den Rhomboederebenen, wobei die einzelnen Schichten alternierend aus rechts- und linksdrehenden Lagen aufgebaut sind. Beide Zwillingsanteile sind in etwa gleichen Mengen vorhanden. Die Dicke der Lamellen liegt meist unter 1 Millimeter ...”

Das besondere des hier gezeigten Kristalles scheint die Abfolge extrem dünner Lagen zu sein (weitaus dünner als obengenannter Millimeter), die Licht in der Weise brechen, daß wir es als wogenden, blaugefärbten Schein wahrnehmen können. Die Dicke der Lage bewegt sich scheinbar in engen Grenzen, um diesen Effekt zu ermöglichen.